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Unmoralisches Wettangebot

Es hat schon seinen Grund, warum es manche Sportwetten Anbieter und Online Casinos nicht schaffen, uns von sich zu überzeugen. Man nehme als Beispiel Paddy Power, ein virtuelles Wettbüro inklusive Spielbank, das immer wieder durch extreme Spielideen, überzogene Boni und dergleichen auffällt. Was sich dort aktuell abspielt, das konnten selbst wir zunächst nicht glauben. Und ehrlich: Wir haben schon wirklich viel gesehen in den letzten Jahren. Jetzt wurden hier Wetten vorgestellt, bei denen Spieler darauf tippen müssen, wie es im vor Gericht verhandelten Fall Oscar Pistorius weitergeht. Wer sich als Kunde dazu entschließt, bei dem moralisch bedenklichen Wettbewerb um die richtige „Intuition“ mitzumachen, der bekommt sein Geld in dem Fall zurück, dass es den Richtern gelingt, Pistorius zu überführen und des Mordes schuldig zu erklären. Angeblich soll er damals seine Freundin, Reva Steenkamp, kaltblütig im Badezimmer erschossen haben. Wie auch immer man zu diesen Wetten steht, haben sie uns jedenfalls ziemlich schockiert.

Paddy Power treibt es auf die Spitze

Doch kurz zum Fall, der die Welt umrundete: Oscar Pistorius ist bekannter Läufer. In seinem Sport war er wahrlich ein extremer Fall, denn er hat beide Unterbeine amputiert bekommen und läuft deshalb mit eigens für die Leichtathletik angefertigten Prothesen. Allein das machte ihn immer wieder zu einem Anlaufpunkt für die Medien, die nicht immer nur Gutes über ihn zu berichten hatten. Viele Jahre lang wollten sich die Betreiber der Olympischen Spiele dagegen versperren, den Mann an den Start gehen zu lassen. Außerdem vermuteten vor allen Dingen seine konkurrierenden Läufer, Pistorius habe durch die Laufhilfen einen Vorteil. Deshalb kam es zu mehrfachen Auseinandersetzungen vor Gericht, bis ihm endlich der große Durchbruch gelang. Er ist der erste und bis dahin einzige behinderte Sportler gewesen, der es je zu den Olympischen Spielen geschafft hat. Für Menschen mit Handicap gibt es sonst ja üblicherweise die Paralympics. Dort sind Menschen ohne Beine natürlich keine Besonderheit. Doch Pistorius wollte eben nicht als behindert abgestempelt werden, sondern unter den gleichen Bedingungen antreten wie seine Konkurrenten, die gesunde Beine besitzen.

Wetten auf Pistorius Fall in der Kritik

So gut wie erhofft lief die Karriere des Südafrikaners nicht. Irgendwann verloren dann auch die Medien fast gänzlich das Interesse an Pistorius – bis zu dem Tag, an dem seine Freundin durch einen Schuss ums Leben kam. Er selbst hat es mittlerweile zugegeben, und eigentlich bleibt in dem Fall überhaupt kein Platz mehr für einen Zweifel. Respektive wurde behauptet, dass der Sportler die Freundin für einen Einbrecher hielt und seine Schusswaffe deshalb auslöste. Jetzt muss das Gericht klären, ob es sich um ein „Versehen“ oder um berechnende Absicht handelte. Die Freundin, die er angeblich schützen wollte, kam jedenfalls ums Leben; Grund genug für Paddy Power, Wetten zu dem Fall ins Leben zu rufen. Noch steht überhaupt nicht fest, ob Pistorious das Gericht von seiner Aussage überzeugen und einen Freispruch erhalten kann. Möglicherweise wird er wegen eventueller Unstimmigkeiten doch noch des Mordes überführt, was eine lebenslange Haftstrafe bedeuten würde. Der Sportwetten-Betreiber mit Sitz in England bietet diese gruselige Wette nicht nur an, sondern wirbt auch ganz offiziell dafür.

Eine Frage der Moral

Ganz offensichtlich ist der Schuss für Paddy Power nach hinten losgegangen, denn vielen Kunden ist diese Art der „Unterhaltung“ doch deutlich zu makaber. Einige haben ihre Accounts bereits gekündigt, andere haben es noch vor. Viele bisher zufriedene Nutzer haben sich zusammengetan und eine Petition gestartet. Diese soll das Unternehmen dazu auffordern, die Wette aus dem Programm zu nehmen. Aktuell scheint man im Hause Paddy Power nur wenig beeindruckt von der Empörung. Lediglich die Werbung wurde ein bisschen abgewandelt – die Wetten stehen aber immer noch.

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