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Spielsucht steigt in Indien

In Indien treffen Aussteiger, Blumenkinder und sogar Touristen aufeinander – und zwar vor allen Dingen in Goa, einem der beliebtesten Reiseziele und Badeorte des Landes. Hier macht man sich derzeit unwahrscheinliche Sorgen über die Spielsucht, die sich ganz offensichtlich unbeirrt ausbreitet. Bereits vor zehn Jahren hat Goa das erste Spielcasino auf die Beine gestellt, und seit dieser Eröffnung wächst die Zahl der an Spielsucht erkrankten Kunden deutlich. Mayabhushan Nagvenkar hat sich in seiner Rolle als Journalist schon lange mit dem Problem auseinandergesetzt und sieht die steigende Sucht nach Glücksspielen als äußerst dramatisch an. Er hatte erst vor einiger Zeit einen Mann interviewt, der mit seinen gerade einmal 65 Jahren alles verloren hatte. Selbst ist der Betroffene, Matias Vaz, allerdings gar nicht spielsüchtig. Seine Aufgabe bestand im letzten Jahrzehnt dennoch darin, die Schulden von seinem an Sucht erkrankten Sohn abzufangen und dafür zu sorgen, dass seine Familie nicht in den totalen Ruin stürzt.

Spielsucht steigt seit 10 Jahren

Mittlerweile hat er diesen schier unlösbaren Kampf verloren, und sogar sein Stück Land konnte er durch die immensen Schulden nicht mehr halten. Dieses verkaufte er bereits vor einigen Jahren. Gleichzeitig steckte er sämtliche Ersparnisse in seinen Sohn respektive dessen Schulden, verpfändete Schmuck. Das Lehrgeld bisher beläuft sich auf mehr als 70.000 Euro. Besonders gefährlich waren die Wucherer, denn von ihnen lieh sich der Sohn Geld, um weiter spielen und seine Sucht befriedigen zu können. Im Zuge des Verkaufs eines Grundstückes, das der Familie gehörte, sind die Frau und die Schwiegertochter von Matias Vaz ermordet worden. Das einstige Aussteigerviertel Goa hat aber nicht nur diesen einen, besonders schweren Fall zu melden. Immer mehr Spielsüchtige werden auffällig, ganze Familien treiben ohne Halten in den Ruin. Vaz besaß noch vor einigen Jahren ein Verlagshaus, das eigentlich sehr gut lief. Dies hatte er sich zusammen mit dem nun süchtigen Sohn aufgebaut. Die beiden übersetzten portugiesische Dokumente und wurden für ihre Leistung anständig bezahlt, nachdem sie alle mehr schlecht als recht die Familie durchgebracht hatten.

Keine Regulierung wie in Europa

Nagvenkar, der Journalist, stieß bei seiner Suche nach Suchterkrankten auf einen weiteren Mann, Iqbal Munaf. Dieser zählte zu den reichsten Tuchhändler in Goa. Mittlerweile musste er alles aufgeben, sitzt in einer kleinen Wohnung fest und hat nichts mehr außer der Gewissheit, sein Leben durch die Sucht weggeworfen zu haben. Weil er sich dem Glücksspiel widmete, verlor er sein komplettes Hab und Gut: das Geschäft, den Familienbesitz, Ersparnisse. Er verkaufte alles, was er besaß, um seine Sucht zu finanzieren respektive bereits angefallene Schulden auszugleichen. Diese beiden Fälle sind nur ein Bruchteil des Elends, das sich in Goa ereignet hat, seit es Casinos gibt. Nirgendwo sonst in Indien werden beispielsweise Live Casino Spiele erlaubt. Und schon 1999 begann man damit, Casinos zu eröffnen. Mittlerweile gibt es 15 Stück – darunter einige Casino Schiffe. Die Regierung dürfe es freuen, denn Jahr für Jahr erhält man aus Steuern rund 15 Millionen Euro – Tendenz steigend. Die Casino Industrie in Indien macht es dem Staat leicht, große Umsätze einzufahren. Doch was wird aus den Spielern, die das Glücksspiel bereits in den Ruin getrieben hat? So strikte Bestimmungen und Gesetze wie hierzulande gibt es dort nicht. Will heißen, dass alle 15.000 Gäste, die täglich die Casinos aufsuchen, so viel verzocken können wie sie wollen.

Gefahren der Spielsucht – Indien will vorbeugen

Aktuell macht man sich in Indien durchaus Gedanken darüber, wie die Kultur des Landes gerettet werden kann. Solange die Regierung derart viel Geld einnimmt, wird sie den Bestand der Casinos natürlich gutheißen. Kritiker setzen dennoch alle Hebel in Bewegung, um strengere Regelungen aufzustellen. Ähnlich wie hier sollte auch in diesem Land der Spielerschutz an erster Stelle stehen, denn gerade sozialschwache Menschen neigen immer häufiger dazu, sich auf Gewinnmöglichkeiten in Casinos zu verlassen.

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