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Spieler kriegt Geld zurück

Eine Spielhalle in Bünden bei Bielefeld musste nun tief in die Tasche greifen. Das Center wurde vom Landgericht aufgefordert, einem Gast rund 50.000 Euro zurückzuerstatten. Hier berief man sich auf einen Hinweis durch das Oberlandesgericht, dass mitteilte, der Gast wurde durch „Geldgeschenke“ zu einem Spielsüchtigen. Deshalb hatte er sein Spielverhalten nicht mehr unter Kontrolle und gab bei Weitem mehr Geld aus als ihm eigentlich zur Verfügung gestanden hätte. Das Spielcasino hat nun das Nachsehen und kann nichts weiter tun als in den sauren Apfel zu beißen. Doch macht man einen Gast wirklich süchtig, weil man ihm Boni anbietet? In Online Casinos sind der Willkommensbonus und auch wiederkehrende Bonusaktionen keine Seltenheit. Dort gehört es fast schon zum guten Ton, seine neuen Kunden mit einem Geschenk dieser Art zu begrüßen. Fangen wir also ganz von vorn an und durchleuchten, was sich in Bünden abgespielt hatte. Die Kurzform: Ein Mann besucht das Casino regelmäßig, bekommt Geldgeschenke für seine Treue, verzockt beinahe Haus und Hof. Die Frau hat die Nase voll und klagt das Geld ein – oder besser gesagt ihr Anwalt.

Geld zurück von Casino – die Frau klagt

Dr. Ilkka-Peter Ahlborn ist ein renommierter Anwalt aus Bielefeld. An ihn hatte sich die Frau des an Spielsucht erkrankten Pizzabäckers gewandt, damit er für sie Schadensersatz in Höhe von rund 80.000 Euro einklagt – inklusive Schmerzensgeld, versteht sich. Der Anwalt bezieht sich auf einen Zeitraum zwischen 2008 und 2010, denn damals hatte besagter Pizzabäcker unermüdlich in dem Glücksspielcenter gezockt. Ein Arzt attestierte dem 49 Jahre alten Casino Gast nun, dass er pathologisch spielsüchtig sein. Fast täglich suchte er den Betrieb auf, setzt sich an einen Spielautomaten und zockte bis ins Unermessliche. Kontoauszüge wurden dem Gericht als Beweismittel eingereicht. Sie zeigten deutlich, dass all das Geld in der Spielbank abgehoben und auch direkt wieder ausgegeben wurde. Als das monatliche Gehalt nicht mehr ausreichte, verkaufte der Spielsüchtige sein Auto sowie zahlreiche weitere Wertsachen. An Arbeiten war für ihn nicht mehr zu denken, und damit lief auch sein eigener Betrieb, eine kleine Pizzeria, beinahe in den Ruin.

Geldgeschenke als „Suchtmittel“?

Um das Allerschlimmste, das Ende der Selbständigkeit, zu verhindern, hat sich die Frau des Bielefelders dazu entschlossen, Klage über den Anwalt einzureichen. Prozesskosten wollte ihr die Zivilkammer allerdings nicht erstatten, denn laut dem Richter sahen die Chancen auf einen Erfolg nicht wirklich rosig aus. Der Glücksspielstaatsvertrag hat es nicht einmal möglich gemacht, dem Pizzabäcker eine Spielersperre zu verhängen. Deshalb allein blieb dem Spielecenter gar nichts anderes übrig als den Mann immer wieder hereinzulassen. Dass er dort etliche tausend Euro in die Geräte steckte, konnte bis dato wohl nicht verhindert werden – möglicherweise hatte das Casino aber auch gar kein Interesse daran. Die weiterführende Klage wurde dann an das Oberlandesgericht gewandt, das feststellte: Der Pizzabäcker wurde förmlich zum Spielen verleitet und immer wieder dazu angehalten, weiterzumachen. Dem 49 Jahre alten Mann hatte das Casino zur Eröffnung nämlich gleich eine Schüssel geschenkt. Inhalt waren satte 400 Euro. Wer außerdem ab sieben Uhr in der 24h Spielhalle anwesend war, dem standen noch einmal sechs Euro Kapital pro Tag zu.

Vergleich geglückt: 50.000 Euro zurück

Nach einigen Verhandlungen schloss man einen Vergleich. Das Center hat sich dazu entschlossen, der Ehefrau 50.000 Euro zurückzuzahlen. Damit ist das Verfahren abgeschlossen. Bleibt zu hoffen, dass die Dame ihrem spielsüchtigen Mann nun fest auf die Finger klopft und aufpasst, dass so etwas nie wieder passiert. Ein Glück, dass es zumindest eine kleine Entschädigung gab. Das Leben des Spielers wird dennoch nicht mehr so sein wie zuvor, und vor allen Dingen kann man sich vorstellen, wie sauer die werte Gattin über das Verhalten ist. Für uns bleibt die Frage, ob man ein Casino wirklich für die Fehler eines Spielers verantworten kann. Schließlich hat jeder selbst in der Hand, wie er mit seinem Geld umgeht.

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