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Poker kein Glücksspiel

Der Januar 2014 war ein voller Erfolg für Veranstalter von Poker Turnieren. Gleich zwei Gerichte mussten sich in diesem Monat mit der Frage auseinandersetzen, ob Poker a) ein Glücksspiel und b) dadurch zwangsweise illegal ist. Beide Fragen wurden im Zuge der Prozesse verneint – eine ganze Pokerwelt kann nun endlich wieder aufatmen. Schon vor einigen Tagen hatte das Bundesverwaltungsgericht entschieden, dass Poker nicht allein deshalb ein verbotenes Glücksspiel sein kann, weil Spieler eine gewisse Teilnahmegebühr entrichten müssen, um am Turnier teilnehmen zu können. Fast zeitnah machte sich auch ein Gericht in den Niederlanden Gedanken über die sehr sensible Thematik. Dort wurde letztlich festgestellt, dass Poker eben kein Glücksspiel ist, sondern ein Geschicklichkeitsspiel. Das, was viele Spieler längst wissen, haben nun auch die offiziellen Stellen deutlich bestätigt. Mit Glück allein kommt man bei dem Kartenspiel eben doch nicht weiter; auch dann nicht, wenn es Kritiker des Spiels behaupten.

Zwei Gerichtsurteile zum Thema Poker

Eine Woche ist es nun her, dass das Bundesverwaltungsgericht ein Urteil gefällt hat – oder genauer gesagt am 22. Januar 2014, unter dem Aktenzeichen 8 C 26.12. Es wurde entschieden, dass das Entrichten einer Teilnahmegebühr noch nichts darüber aussagt, ob ein Spiel zum einen mit Glück zu tun hat und zum anderen illegal ist. Wichtig sei letztlich nur, dass durch diese Gebühr allein die Kosten der Veranstaltung ausgeglichen werden. In diesem Sinne geht es dann letztlich nur um die Unterhaltung. Dabei spielt es im Endeffekt keine Rolle, ob Poker, Bingo oder sonst irgendein Spiel gespielt wird. Im vorgenannten Fall wurde über eine Veranstaltung verhandelt, bei der die Gäste keine Bargewinne erhalten konnten, sondern lediglich Pokale im geringen Wert. Gleichzeitig entfiel eine Teilnahmegebühr in Höhe von 15 Euro, von der neben den Pokalen auch die Veranstaltung selbst bezahlt wurde. Der Kommune war das Turnier allerdings ein Dorn im Auge, und so kam es, dass sie den Veranstalter vor Gericht zerrte. Selbiges wies die Klage jedoch mit der Begründung ab, es hatte zu keinem Zeitpunkt Preisgelder gegeben. Gegen die Pokale spricht letztlich nichts, da sie keinen übermäßigen Wert besitzen.

Ohne Gewinne kein Glücksspiel

Seit dem Verfahren ist für Veranstalter zumindest ein wenig Grund zur Freude gegeben. Solange die Teilnahmegebühr nicht dazu eingezahlt wird, sich die Chance auf hohe Preisgelder zu sichern, ist auch der Event nicht illegal, sondern im Endeffekt nichts weiter als eine Unterhaltungs-Veranstaltung. Im Fall, der vor Gericht verhandelt wurde, konnten die Betreiber nicht viel mehr mit den Einnahmen anstellen als ihre Kosten zu decken – darunter beispielsweise auch den Energieverbrauch und dergleichen. Sie selbst haben in keinem großen Stil von dem Tag profitiert, sondern luden vor allen Dingen deshalb ein, damit sich ihre Gäste wohlfühlen und ein wenig Spannung genießen können. Somit zog die Kommune diesmal den Kürzeren und muss klein beigeben. Dennoch: Poker Turniere, die nicht von offiziellen Veranstaltern ausgerichtet werden, bleiben weiterhin eine Gratwanderung. Sobald derjenige, der sie eröffnet, auch nur einen minimalen Gewinn dadurch erwirtschaftet, befindet er sich automatisch am Rande der Illegalität. Dies gilt es übrigens auch zu beachten, wenn man sich in privater Runde zum Poker um echtes Geld trifft.

Poker ein Geschicklichkeitsspiel laut Niederlande

Die Niederlande sieht die Sache wiederum ganz anders. Hier wurde ein Mann freigesprochen, der wegen illegalen Glücksspiels angeklagt wurde. Die Begründung klingt für Kenner des Kartenspiels einleuchtend: Poker ist überhaupt kein Glücksspiel, denn um gewinnen zu können, braucht es vor allen Dingen Geschick. Somit beeinflussen Spieler den Ausgang der Partien jeweils eigenständig, anstatt sich auf die Unterstützung von Fortuna zu verlassen. Zumindest in den Niederlanden scheint es so als würde Poker schon bald nicht mehr als illegales Casino Spiel abgestempelt werden. Das Umdenken beginnt aber auch in Deutschland allmählich – wenn auch nicht in dem Maße, das sich Pokerfans wünschen würden.

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