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Klage gegen Opfer des Las Vegas Massakers

Das Massaker von Las Vegas im vergangenen Oktober hat mehr als 50 Menschenleben gekostet. Einige hundert Menschen wurden während des Attentats massiv verletzt und leiden bis heute unter den Folgen des Angriffs. Um sich selbst vor möglichen Forderungen der Opfer zu schützen, hat das MGM Casino nun als präventive Maßnahme alle Schadensersatzforderungen für nichtig erklärt und setzt dies auch gerichtlich durch. Den Opfern geht es mit der Vorgehensweise alles andere als gut. Dennoch sieht das MGM Casino in Las Vegas keinen Anlass, Schadensersatz zu zahlen.

MGM Las VegasAm 2. Oktober 2017 spielten sich am Las Vegas Strip dramatische Szenen ab, während gerade abertausende Besucher dem laufenden Country Konzert zugewandt waren. Abgelenkt durch die Veranstaltung merkte man leider erst viel zu spät, dass sich unter den Menschen ein Attentäter befand. Wahllos schoss er mit gleich mehreren Sturmgewehren in die Menschenmenge und verletzte dabei einige hundert Besucher teilweise massiv. Über 50 Todesopfer forderte der Anschlag im vergangenen Jahr. Betroffene und Angehörige stehen auch heute noch unter Schock.

Opfer sollen nicht entschädigt werden

Der 64 Jahre alte Stephen Paddock war es, der während des Musikfestivals in Las Vegas wild um sich schoss. Bewaffnet war er mit verschiedenen Sturmgewehren, die die Polizei erst später sicherstellen könnte. Wie heute.at berichtete, gab es ganze 58 Todesopfer an diesem Abend, sowie 851 Verletzte, die in umliegenden Krankenhäusern versorgt werden mussten. Um nicht zur Rechenschaft gezogen werden, hat nun die MGM Resorts International, die das Mandalay Bay Resort betreibt, Klage eingereicht. Sowohl das Bundesgericht in Nevada als auch das in Kalifornien müssen sich nun mit der Frage beschäftigten, inwieweit Forderungen von Schadensersatz abzuweisen sind. Über 1.000 Opfer wurden dabei angeklagt, wie das Las Vegas Review Journal inzwischen berichtete.

Bei der Klage handelt es sich letztlich um eine präventive Vorgehensweise. Man will das Casino Resort vor Zahlungen schützen, denn die Betreiber sind der Ansicht: „Es besteht keinerlei Haftung der Klägerschaft gegenüber den Angeklagten.“ Sie sagen außerdem ganz klar, dass man sie nicht für die vielen Todesopfer und Verletzten verantwortlich machen kann. Deshalb wird vor Gericht gefordert, alle Klagen gegen das Mandalay Bay Resort respektive gegen die MGM fallen zu lassen.

MGM bezieht sich auf früheres Gesetz

Im Jahr 2002 wurde gesetzlich geregelt, dass ein Unternehmen keine Haftung für derartige Schäden übernehmen muss, wenn es entsprechende Maßnahmen gegen Terrorismus nachweisen kann. Diese hatte MGM längst eingerichtet. Die Behörden selbst hatten sich von der Anzahl der Security Mitarbeiter und deren Qualität überzeugt und gesagt, diese Maßnahme sei als Schutz ausreichend. Demnach ist es nun nur schwer möglich, gegen den Casinobetreiber zu klagen.

Opfer und Angehörige sprechen indes von Sittenwidrigkeit. Robert Eglet, einer der Opferanwälte in dem unerbittlichen Rechtsstreit, sagte im Interview: „Ich habe noch nie so etwas Unverschämtes erlebt, wo Opfer geklagt werden, nur um den Richter zu finden, der einem zusagt… Es ist einfach traurig, dass sie sich auf dieses Niveau herab begeben.“ Eglet ist fest davon überzeugt, dass die MGM ganz gezielt nach Richtern sucht, die es gut mit dem Konzern meinen und bei denen am Ende die Sympathie entscheidet. Das allerdings will der Anwalt nicht auf sich sitzen lassen. Viele Opfer werden weiter klagen und versuchen, Schadensersatzforderungen bei dem Casino Resort geltend zu machen.

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Letztlich lassen sich die Vorgehensweisen beider Seiten nachvollziehen. Gerade Angehörige der Todesopfer können den Verlust nur schwer verschmerzen und suchen offenbar Trost, indem sie einen Schuldigen suchen. Aber auch MGM hat Argumente, die nachvollziehbar sind. Wenn es der Wahrheit entspricht, dass die Behörden selbst den Schutz für ausreichend befunden haben, dann ist es tatsächlich nicht logisch, warum der Konzern nun die Haftung für all die Verletzten, Todesopfer und auch Sachschäden übernehmen soll. Das die Betreiber allerdings zu einem derart scharfen Präventivschlag ausholen, das hat es tatsächlich noch nicht so oft gegeben – frei nach dem Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“.

Noch haben die beiden bemühten Gerichte kein Urteil gefällt. Man darf gespannt sein, welche der beiden Seiten am Ende Recht bekommt und ob es MGM tatsächlich gelingt, alle Klagen abweisen zu lassen. Das Unternehmen selbst hat klar ausgesagt, man wolle den Opfern kein Geld abnehmen. Allerdings berufen sich die Verantwortlichen weiter auf das 2002 verabschiedete Gesetz, laut dem alle Zivilklagen nichtig sind – eben weil es Maßnahmen gegen mögliche Terroranschläge gegeben hatte.

Opfer werden noch lange kämpfen

Ob es wirklich hilft, Schadenersatz durchzusetzen, sei einmal dahingestellt. Die psychischen Folgen sowie der Verlust der Angehörigen lassen sich mit Geld nicht aufwiegen. Jeder logisch denkende Mensch hofft an dieser Stelle, dass es zu einer gütlichen Einigung kommt und dass es den Betroffenen gelingt, die schmerzlichen Erfahrungen in irgendeiner Form zu verarbeiten. In jedem Fall ist das MGM Resort gegen alle Eventualitäten abgesichert und hat sich präventiv vorbereitet. Die Klagen müssen nun abgearbeitet und Urteile gefällt werden. Wer am Ende Recht bekommt, das darf natürlich keine reine Sympathiefrage sein, sondern muss auf klaren Gesetzesgrundlagen entschieden werden. Sollte das 2002er Gesetz hier greifen, gehen mehr als 1.000 Opfer und Angehörige leer aus.

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