Testberichte - Bewertungen - Sicherheit - 100% seriös

Chance für Suchtpatienten

Es gibt erneut eine Studie zum Thema Spielsucht. Forscher wollen jetzt herausgefunden haben, dass man das pathologische Spielverhalten medikamentös stoppen kann. Was wirklich dran ist an der Sache? Wir haben nachgeschaut!

Um eine möglichst realistische Ausgangssituation zu schaffen, wurde für Laborratten ein eigenes Casino im Miniatur-Format erbaut. Hier hatten die Tiere die Möglichkeit, mithilfe ihrer Pfoten Tasten zu drücken. Dadurch wurden unterschiedliche Lichter ausgelöst, und auch die Klänge empfand man in etwa nach. Es muss in dem Labor ausgesehen haben wie Unterhaltung auf allerhöchstem Niveau; nur dass sich diesmal keine Spielsüchtigen an den Geräten platzierten, sondern Ratten. Die Lichtkombinationen waren so aufgeteilt, dass es einen Effekt für Verluste und einen für Gewinne gab. Wenn gewonnen wurde, erhielten die Tiere natürlich keine Geldauszahlung, sondern jeweils 10 Zuckerstücke. Sofern jedoch eine Runde kein Glück gebracht hatte, mussten sich die Ratten entweder 10 Sekunden lang eine Pause gönnen, oder aber sie konnten einfach einen weiteren Hebel betätigen, dank dem das Spiel ohne diese Strafzeit weitergibt. Zucker Pellets hätte es erst nach der Wartezeit gegeben. Die meisten Ratten hatten ähnliche Verhaltensmuster wie Menschen mit Suchtverhalten gezeigt. Sie gingen in vielen Fällen zum Cash Out Hebel und versuchten ihr Glück noch einmal.

Medikamente können Sucht bremsen

Der „Beinahe-Effekt“, also Momente, in denen eine Kombination fast vollständig war, kam hier besonders gut zur Geltung. Dank vorausgegangener Studien mit menschlichen Probanden weiß man mittlerweile, welches Verhaltensmuster in solchen Augenblicken an den Tag gelegt wird. Das Gehirn der Ratten agiert sehr ähnlich, denn auch sie hofften darauf, dass es bei einem erneuten Versuch doch noch klappt mit dem großen Gewinn. Genau dies beobachtet man in vielen Casinos, wenn man einigen pathologischen Spielern über die Schulter schaut. Im Endeffekt ist das Verhalten aber bei allen Menschen typisch, so dass man sich vor einer Sucht kaum schützen kann. Mithilfe von Medikamenten gelang es den Forschern, diesen Effekt zu minimieren. Nachdem die passende Dosis verabreicht wurde, gerieten die Ratten nicht mehr so schnell in die Versuchung, ihr Glück noch einmal zu versuchen. Diesmal warteten sie weit öfter ihre Strafzeit ab und ließen sich einfach mit Zucker belohnen, anstatt – bezogen auf menschliche Spieler – ein weiteres Risiko einzugehen.

Versuch in „Ratten-Casino“ erfolgreich

Da es bereits Forschungen gegeben hat, war den Forschern in der University of British Columbia klar, dass ihr Fokus auf den so genannten Dopamin D4 Rezeptor gelegt werden muss. Schon mehrfach kam er bei Tests ins Spiel, doch es gelang bislang keinem, etwas gegen dieses Hormon zu unternehmen. Bewährte Methoden zur Blockierung wurden erst jetzt, im Zuge der aktuellsten Studie, gefunden. Die Medikamente scheinen die Produktion zu hemmen und damit auch die Risikobereitschaft der Ratten – oder bestenfalls sogar der Spieler – zu senken. Die mit Spielsucht in Verbindung stehenden Verhaltensmuster wurden deutlich reduziert. Der Autor der Studie ist davon überzeugt, dass man hier langfristig eine Möglichkeit gefunden hat, Spielsucht erfolgreich medikamentös zu behandeln. Noch bedarf es aber vieler Tests, die auf den aktuellen Ergebnissen aufbauen. Schlussendlich ist Spielsucht ein wachsendes Problem, dass sich in unserer Gesellschaft immer weiter ausbreitet und dem man entgegenwirken muss.

Weitere Studien sinnvoll – dank neuen Erkenntnissen

Die Hoffnung ist derzeit besonders groß, Spielsüchtigen schon bald gezielter helfen zu können. Die Sucht ist mit dem zwanghaften Konsum von Drogen und Alkohol zu vergleichen. Es werden hier nämlich Verhaltensmuster entwickelt, die sich zu einem Ritual manifestieren. Während man bei den weiteren Süchten auch noch eine körperliche Abhängigkeit zu behandeln hat, geht es bei pathologischen Spielern vor allen Dingen ums Stoppen des psychischen Zwang-Verhaltens. Noch ist den Forschern kein Durchbruch in der Behandlung gelungen, denn laut Aussage des Hauptautors weiß man nicht wirklich viel darüber, welche Möglichkeiten es gibt, pathologischen Zockern zu helfen. Die erste effektive Studie könnte aber der Schritt in die richtige Richtung sein. Sollte die Blockade der Rezeptoren wirklich zu einem Erfolg führen, dann dürften Süchtige vielleicht schon in wenigen Jahren Hoffnung auf eine entsprechende Medikation schöpfen.

Vorschau

Chance für Suchtpatienten
Jetzt spielen!